

„Die Öko-WG“ parodiert klassische Reality-Show-Formate wie „Too Hot To Handle“ oder „Sommerhaus der Stars“, nur dass es hier nicht um die große Liebe oder gebrochene Herzen geht, sondern um eine der zentralen Krisen unserer Zeit: die Klimakrise. Vier junge Menschen mit unterschiedlichsten Meinungen müssen sich eine Wohnung teilen. Doch damit nicht genug Konfliktpotenzial. Für jedes von ihnen verursachte Gramm CO₂ werden sie kollektiv bestraft. Trotzdem lassen sich Linus, Marko, Melanie und Leandra auf dieses verrückte Experiment ein. Finden sie gemeinsam die Lösung für unseren Umgang mit der Klimakrise oder kippt die Stimmung schneller als der boreale Permafrost? In der Öko-WG geht es nicht nur um persönliche Klimaschutzmaßnahmen, sondern vor allem um die Verlagerung der ökologischen Verantwortung von Großkonzernen und Politik auf das einzelne Individuum.
Linus: Manuel Hill; Marko: Max Krämer; Melanie: Joanna Marks; Leandra: Aaliyah Lynch; Voice-Over Sprecher: Rolf Berg
Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt: Enrico Gomig; Kamera, Licht: Leon Adam; Licht: Louis Herr; Set-Ton: Jonathan Herrmann; Boom-operator: Noah Stüttgen; Set-AL: Josephine Lensing; Musik: Gerit Höller

Wenn es um die Klimakrise geht, überkommen mich schnell zwei Gefühle: Frustration und Ungerechtigkeit. Das fängt schon beim Familienessen an. Die Gespräche werden oft persönlich und enden nicht selten im Streit. Am Ende sitzen dann alle bedröppelt am Tisch und niemandem ist geholfen. Ich glaube, das liegt auch daran, dass uns oft das Gefühl vermittelt wird, wir allein seien für den Verlauf der Klimakrise verantwortlich. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto absurder erschien mir das alles. Der persönliche CO₂-Fußabdruck ist da nur die Spitze des Eisbergs. Wir sollten aufhören, mit dem Finger aufeinander zu zeigen und stattdessen unsere Finger nutzen, um den Druck auf Politik und Konzerne zu erhöhen. Die Öko-WG ist mein Versuch, die Sinnlosigkeit des persönlichen CO₂-Fußabdrucks aufzuzeigen. Denn auch wenn jede:r sich über die Folgen ihres/seines Handelns bewusst sein sollte, so erfüllt er seine Hauptaufgabe immer noch am besten: Die Verantwortung von den Großkonzernen und der Politik auf jedes Individuum zu verlagern.
Enrico Gomig, geboren 1999 und aufgewachsen in der Seniorenhochburg Bad Salzuflen, kaufte sich im Jahre 2011 aus bis heute unerklärlichen Gründen und mit seinem gesamten Taschengeld einen Camcorder. Ab diesem Zeitpunkt verfilmte Enrico mit seinen Freund:innen jede einzelne Idee, die nicht bei drei auf dem Baum war. Nach der Schule absolvierte er ein FSJ bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und anschließend eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, in der unter anderem dieser Kurzfilm entstand.